15 Peptide + 3 weitere Wirkstoffe + 2 Stacks
Peptide nach Wirkungsbereich
Wonach die meisten suchen — sortiert nach dem, was ein Wirkstoff tun soll. Die Filter oben zeigen dieselben Gruppen; hier steht kurz, worum es in jeder geht und welche Seiten den Einstieg bilden.
Regeneration & Heilung
Peptide, die in Tierstudien auf die Heilung von Sehnen, Bändern, Muskeln und Darmschleimhaut untersucht wurden. Am meisten diskutiert werden BPC-157 und TB-500, oft kombiniert im Recovery Stack; KPV steht speziell für Entzündung und Darmbarriere. Belastbare Humandaten fehlen für die meisten dieser Substanzen.
Haut & Glow
Wirkstoffe mit Fokus auf Kollagen, Hautbild und Wundheilung. Zentral ist das Kupferpeptid GHK-Cu, ergänzt um KPV; der Glow Stack bündelt den Ansatz. GHK-Cu hat als einziges Peptid dieser Gruppe eine breitere kosmetische Datenlage.
Longevity & Anti-Aging
Substanzen rund um Zellalterung, Telomere und Energiestoffwechsel: Epitalon, das injizierte Coenzym NAD⁺ sowie weitere im Longevity-Überblick. Vieles beruht hier auf Zell- und Tiermodellen — die Übertragbarkeit auf den Menschen ist selten belegt.
Abnehmen & GLP-1
Die am schnellsten wachsende Gruppe. Zugelassen und verfügbar sind Semaglutid (Ozempic/Wegovy) und Tirzepatid (Mounjaro); in Entwicklung Retatrutid, Survodutid und die Kombination CagriSema. Die Tablette Orforglipron ist streng genommen kein Peptid.
Wachstum & GH
Sekretagoge, die die körpereigene Ausschüttung von Wachstumshormon anregen sollen: Ipamorelin und CJC-1295 werden häufig zusammen betrachtet, MK-677 wirkt oral. Die Datenlage reicht von kleinen Humanstudien bis zu reinen Anwenderberichten.
Kognition & Fokus
In Russland erforschte Neuropeptide mit Fokus auf Konzentration, Stress und Neuroprotektion: Semax und Selank. Außerhalb Russlands gibt es kaum kontrollierte Studien, weshalb die Einordnung hier besonders vorsichtig ausfällt.
Libido & Sex
Für diesen Bereich steht auf dem Peptid-Ratgeber vor allem PT-141 (Bremelanotid), das im Gehirn statt am Gefäßsystem ansetzt und als einziger Wirkstoff dieser Gruppe eine Zulassungsgeschichte hat.
Kombinationen & Grundlagen
Wer mehrere Wirkstoffe zusammen betrachtet, findet die Logik unter Peptid-Stacking sowie in den fertigen Protokollen Recovery Stack und Glow Stack. Für die Praxis daneben: subkutan injizieren, lagern und der Peptid-Rechner.
Peptide verstehen — die Kurzeinordnung
Bevor du dich durch die Liste klickst: die Begriffe, nach denen diese Übersicht aufgebaut ist — was ein Peptid überhaupt ist, wie belastbar eine Aussage jeweils ist und was der rechtliche Status bedeutet.
Was sind Peptide?
Ein Peptid ist eine kurze Kette aus Aminosäuren — denselben Bausteinen, aus denen auch Proteine bestehen. Der Übergang ist fließend: Ketten bis etwa 50 Aminosäuren nennt man Peptide, längere Proteine. Was klein klingt, ist biologisch hochwirksam, denn der Körper nutzt Peptide als Signalstoffe. Sie passen wie ein Schlüssel in bestimmte Rezeptoren und lösen dort eine gezielte Reaktion aus — von der Blutzuckerregulation über Sättigung und Wachstum bis zu Entzündung und sexuellem Verlangen.
Viele der wichtigsten Botenstoffe des Körpers sind Peptide: Insulin, das Sättigungshormon GLP-1, wachstumshormon-freisetzende Faktoren oder Oxytocin. Genau hier setzt die moderne Peptidmedizin an — sie ahmt körpereigene Signale nach oder verstärkt sie. Das älteste Beispiel ist Insulin, seit den 1920er-Jahren im Einsatz. Der aktuelle Boom rund um die GLP-1-Wirkstoffe ist die jüngste, besonders sichtbare Welle derselben Idee: ein natürliches Signal — hier das der Sättigung — pharmakologisch nachzubauen.
Synthetische Peptide werden im Labor Aminosäure für Aminosäure aufgebaut und oft so verändert, dass sie stabiler sind oder länger wirken als ihr natürliches Vorbild. Ihr großer Vorteil ist die Spezifität: Weil sie meist nur an wenigen Rezeptoren ansetzen, wirken sie sehr zielgerichtet. Ihr größter praktischer Nachteil folgt aus ihrer Natur als Eiweißkette — der Verdauungstrakt würde sie zerlegen. Deshalb werden die meisten Peptide subkutan gespritzt statt geschluckt; entsprechend steht bei fast allen Einträgen dieser Liste die Form „Injektion".
Nicht alles in dieser Übersicht ist im strengen Sinn ein Peptid — und genau dafür gibt es den Filter Stoffklasse. Orforglipron und MK-677 sind kleine Moleküle, chemisch stabil genug, um als Tablette zu wirken. NAD⁺ ist ein Coenzym. Beide tauchen hier auf, weil sie im selben Kontext gesucht werden, zählen aber bewusst nicht als Peptide mit. Ein Stack ist kein einzelner Wirkstoff, sondern eine Kombination — etwa der Recovery Stack aus BPC-157 und TB-500.
Entscheidend ist die Einordnung: „Peptid" ist kein Gütesiegel. Zwischen einem seit Jahren zugelassenen Arzneimittel und einer nur als Forschungschemikalie gehandelten Substanz mit reiner Tierdaten-Basis liegen Welten — obwohl beide „Peptide" heißen. Wie belastbar eine Aussage ist und was rechtlich gilt, ist deshalb wichtiger als das Etikett. Genau darum geht es in den folgenden Abschnitten.
Die vier Evidenzstufen — und warum wir sie trennen
Die wichtigste Frage bei jedem Wirkstoff ist nicht „wirkt es?", sondern „woher wissen wir das?". Auf dem Peptid-Ratgeber wird jede Aussage einer Evidenzstufe zugeordnet — und diese Stufen werden nie vermischt. Denn ein Effekt in der Zellkultur ist etwas völlig anderes als ein Effekt in einer kontrollierten Studie am Menschen.
Wenn eine Detailseite also schreibt „in Tierstudien untersucht", ist das eine bewusste, ehrliche Einschränkung — kein Marketing. Wie wir dabei vorgehen, steht ausführlich in den Redaktionsprinzipien.
Zugelassenes Arzneimittel oder Research Chemical?
Der zweite große Unterschied betrifft den rechtlichen Status — und der ist in dieser Liste breit gestreut. Am einen Ende stehen in Deutschland zugelassene Arzneimittel wie Semaglutid und Tirzepatid: geprüft, verschreibungspflichtig, mit Fachinformation. Am anderen Ende stehen Substanzen, die ausschließlich als Research Chemical („nur zu Laborzwecken") gehandelt werden — nicht als Arzneimittel geprüft, mit unklarer Reinheit und ohne gesicherte Dosierung.
Dazwischen liegen Kandidaten, die zwar belastbare Studiendaten haben, aber (noch) nirgends zugelassen sind — etwa Survodutid oder CagriSema. „Gut untersucht" und „legal erhältlich" sind also zwei verschiedene Dinge. Was in Deutschland gilt, welche Rolle das Arzneimittelgesetz spielt und warum diese Seite bewusst keine Bezugsquellen nennt, steht auf der Seite zur Rechtslage in Deutschland.
Injektion, oral oder topisch?
Die Form entscheidet über die Praxis. Die meisten Peptide werden subkutan injiziert — mit einer feinen Insulinnadel ins Unterhautfettgewebe, nicht in den Muskel. Das ist weniger aufwendig, als es klingt, wirft aber eigene Fragen auf: Rekonstitution mit bakteriostatischem Wasser, Dosisberechnung und Lagerung. Dafür gibt es die Grundlagenseiten subkutan injizieren, bakteriostatisches Wasser und Peptide lagern sowie den Peptid-Rechner, der Wassermenge und Ablesestrich berechnet.
Oral wirken nur die kleinen Moleküle wie MK-677 und Orforglipron — genau das ist ihr Vorteil gegenüber den Peptiden. Topisch (auf der Haut) spielt vor allem bei kosmetischen Kupferpeptid-Formulierungen eine Rolle. Welche Form ein Wirkstoff hat, steht als Kennzeichen auf jeder Karte.
Warum die GLP-1-Gruppe gerade alles überstrahlt
Ein großer Teil der aktuellen Aufmerksamkeit entfällt auf eine einzige Kategorie: Abnehmen & GLP-1. Der Grund ist, dass hier zum ersten Mal Wirkstoffe mit zweistelligen Gewichtsverlusten in großen, kontrollierten Humanstudien belegt sind — ein Kontrast zu vielen anderen Peptiden, deren Datenlage aus Tier- oder Zellmodellen stammt. Zugelassen sind Semaglutid und Tirzepatid; dahinter drängt eine ganze Pipeline aus Retatrutid, Survodutid, CagriSema und der Tablette Orforglipron. Diese Gruppe ist zugleich das beste Beispiel für die Trennung, um die es hier geht: hohe Evidenz und Zulassung auf der einen Seite, vielversprechende, aber noch nicht zugelassene Kandidaten auf der anderen.
Wie du diese Liste am besten nutzt
Die Übersicht ist auf zwei Suchwege ausgelegt. Wenn du den Namen kennst, tippe ihn oben ins Suchfeld — die Suche erfasst auch Kürzel und Handelsnamen (etwa „Ozempic" für Semaglutid oder „Mounjaro" für Tirzepatid) sowie Wirkungsbegriffe wie „Schlaf" oder „Haut". Wenn du stöberst, nutze die Kategorie-Filter (Regeneration, Haut, Longevity, Abnehmen, Wachstum, Kognition, Libido) oder den Filter nach Stoffklasse. Die kleinen Kennzeichen auf jeder Karte zeigen die Form — Injektion, oral oder topisch — und bei Nicht-Peptiden ausdrücklich „kein Peptid". So siehst du auf einen Blick, ob ein Wirkstoff gespritzt wird und in welche Klasse er fällt, bevor du überhaupt auf die Detailseite klickst.
So ist jede Detailseite aufgebaut
Damit du dich schnell zurechtfindest, folgen die Wirkstoffseiten einem festen Muster. Zuerst der Wirkmechanismus — was der Stoff im Körper auslöst und an welchem Rezeptor. Dann die Studienlage, nach Evidenzstufen getrennt: was aus Humanstudien stammt, was aus Tier- oder Zellmodellen, was nur aus Anwenderberichten. Danach Anwendungshinweise, Vorsicht und Nebenwirkungen — inklusive Wechselwirkungen und Kontraindikationen, soweit bekannt. Und schließlich die Rechtslage in Deutschland: zugelassen, verschreibungspflichtig oder nur als Research Chemical gehandelt. Wo eine Substanz zeitkritisch ist — etwa laufende Zulassungsverfahren bei den GLP-1-Kandidaten — steht der Stand mit Datum in einer eigenen Box, die aktualisiert wird, sobald sich etwas ändert.
Drei verbreitete Missverständnisse
„Peptide sind körpernah, also harmlos." Körperähnlich heißt nicht nebenwirkungsfrei. Injizierte, ungeprüfte Substanzen bergen Risiken von Verunreinigung bis zu handfesten Wirkungen — die GLP-1-Wirkstoffe etwa haben ein klares Nebenwirkungsprofil. „Mehr Rezeptoren, mehr Wirkung." Auch das stimmt so nicht: Im einzigen Direktvergleich unterlag die Doppelkombination CagriSema dem Wirkstoff Tirzepatid. „In Studien untersucht" heißt „wirksam belegt". Nein — „untersucht" kann eine einzelne Zellstudie meinen. Erst die Evidenzstufe sagt, wie belastbar ein Befund wirklich ist.
Was diese Übersicht bewusst nicht leistet
Der Peptid-Ratgeber ordnet ein — er verkauft nichts und empfiehlt keine Selbstanwendung. Konkret heißt das: keine Dosierungsempfehlungen (Dosisangaben stammen ausschließlich aus Studien oder Fachinformationen und sind als solche gekennzeichnet), keine Bezugsquellen und keine Shoplinks, und ausdrücklich keine ärztliche Beratung. Was, wie und ob überhaupt behandelt wird, entscheidet eine Ärztin oder ein Arzt. Diese Seite hilft dir davor, die Faktenlage nüchtern zu verstehen — nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Alle Wirkstoffe im Kurzporträt
Jeder Wirkstoff dieser Übersicht in wenigen Sätzen — was er ist, wie er wirkt, wie belastbar die Evidenz ist und welchen rechtlichen Status er hat. Für die ausführliche Einordnung führt jeder Name zur Detailseite.
Regeneration & Heilung
BPC-157 — Ein synthetisches Peptidfragment, abgeleitet von einem körpereigenen Magenschutzprotein. In zahlreichen Tierstudien wurde es auf die Heilung von Sehnen, Bändern, Muskeln und Darmschleimhaut untersucht, oft mit positiven Ergebnissen bei Geweberegeneration und Gefäßneubildung. Belastbare kontrollierte Humanstudien fehlen jedoch weitgehend — die Evidenz stammt fast ausschließlich aus dem Tiermodell. In Deutschland ist BPC-157 nicht als Arzneimittel zugelassen und wird nur als Research Chemical gehandelt. Es zählt zu den meistdiskutierten „Reparatur-Peptiden", gerade weil Mechanismus und Anwenderinteresse groß, die Humandaten aber dünn sind.
TB-500 — Ein synthetisches Fragment des körpereigenen Proteins Thymosin Beta-4, das an Zellwanderung, Blutgefäßneubildung und Geweberegeneration beteiligt ist. In Tiermodellen wurde es auf Wundheilung sowie Herz- und Muskelregeneration untersucht. Wie bei BPC-157 beruht die Evidenz überwiegend auf präklinischen Daten; große Humanstudien liegen nicht vor. Häufig wird es gemeinsam mit BPC-157 im Recovery Stack betrachtet, da sich beide mechanistisch ergänzen sollen. In Deutschland ist TB-500 nicht als Arzneimittel zugelassen und wird als Forschungschemikalie gehandelt — vielversprechender Mechanismus, unzureichende Humandaten.
KPV — Ein kurzes Tripeptid (Lys-Pro-Val), das dem Ende des Hormons α-MSH entspricht. In präklinischen Studien zeigte es entzündungshemmende Effekte, vor allem im Darm und auf der Haut, ohne die pigmentierenden Eigenschaften des vollständigen α-MSH. Untersucht wird es unter anderem im Zusammenhang mit entzündlichen Darmerkrankungen und der Hautbarriere. Die Datenlage ist präklinisch — Zell- und Tiermodelle —, kontrollierte Humanstudien fehlen. In Deutschland ist KPV nicht als Arzneimittel zugelassen. Auf dem Peptid-Ratgeber taucht es sowohl im Regenerations- als auch im Haut-Kontext auf.
Recovery Stack — Kein einzelner Wirkstoff, sondern die Kombination aus BPC-157 und TB-500 (auch „Wolverine Stack"), die häufig gemeinsam zur Unterstützung von Regeneration und Geweberheilung diskutiert wird. Die Idee: BPC-157 wirkt eher lokal auf Sehnen und Darm, TB-500 systemischer auf Zellwanderung und Gefäßneubildung. Beide beruhen auf Tierdaten; für die Kombination selbst existieren keine kontrollierten Humanstudien. Der Stack ist damit ein anwendungsorientiertes Konzept aus der Community, keine klinisch belegte Therapie. Beide Bestandteile sind in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen.
Haut & Glow
GHK-Cu — Ein natürlich vorkommendes Kupfer-Tripeptid, dessen Spiegel mit dem Alter sinkt. Es ist das am besten untersuchte Peptid dieser Liste im kosmetischen Bereich: In Studien und dermatologischen Anwendungen wurde es mit Kollagenbildung, verbessertem Hautbild und Wundheilung in Verbindung gebracht, und als topischer Inhaltsstoff ist es in zahllosen Hautpflegeprodukten etabliert. Die injizierbare Anwendung dagegen ist nicht als Arzneimittel geprüft. GHK-Cu ist damit ein Sonderfall: kosmetisch breit belegt, als injiziertes „Research"-Peptid ohne Zulassung und ohne belastbare Humandaten für diese Anwendungsform.
Glow Stack — Eine Kombination mehrerer Wirkstoffe mit Fokus auf Haut und Anti-Aging, auf dem Peptid-Ratgeber aus GHK-Cu und KPV, teils ergänzt um BPC-157 und TB-500. Ziel des Konzepts ist es, Kollagenaufbau, Entzündungshemmung und Regeneration zu bündeln. Wie beim Recovery Stack handelt es sich um ein Community-Protokoll, nicht um eine geprüfte Kombinationstherapie: Für den Stack als Ganzes gibt es keine kontrollierten Humanstudien, und die Bestandteile sind als injizierbare Wirkstoffe in Deutschland nicht zugelassen. Am besten belegt ist auch hier nur GHK-Cu — und das topisch.
Longevity & Anti-Aging
Epitalon — Ein synthetisches Tetrapeptid, abgeleitet vom Zirbeldrüsen-Extrakt Epithalamin. Vor allem russische Forschungsgruppen untersuchten es auf Effekte an Telomerase, Zellalterung und zirkadianer Regulation, teils mit auffälligen Langzeitbefunden. Diese Studien gelten international jedoch als methodisch begrenzt und schwer reproduzierbar; unabhängige, moderne Humanstudien fehlen. Die Evidenz bewegt sich damit zwischen kleinen Humanstudien und Tierdaten. In Deutschland ist Epitalon nicht als Arzneimittel zugelassen und wird als Research Chemical gehandelt. Es zählt wegen der Telomer-Hypothese zu den prominentesten „Longevity-Peptiden".
NAD⁺ — Streng genommen kein Peptid, sondern ein Coenzym, das in jeder Zelle zentral am Energiestoffwechsel und an der DNA-Reparatur beteiligt ist. Weil der NAD⁺-Spiegel mit dem Alter sinkt, wird eine Anhebung — per Infusion, Injektion oder über Vorstufen — im Longevity-Kontext intensiv diskutiert. Die Grundlagenforschung ist umfangreich, die Evidenz für einen klaren Anti-Aging-Nutzen beim Menschen aber weiterhin begrenzt und uneinheitlich. NAD⁺ steht in dieser Übersicht als „weiterer Wirkstoff", nicht als Peptid — ein Paradebeispiel für vielversprechende Biologie mit noch offenen klinischen Belegen.
Abnehmen & GLP-1
Semaglutid — Ein GLP-1-Agonist und der aktuelle Referenzwirkstoff beim Abnehmen, als Ozempic (Diabetes) und Wegovy (Adipositas) in Deutschland zugelassen und verfügbar. In großen Humanstudien (STEP-Programm) führte es zu rund 15 % Gewichtsverlust und zeigte zusätzlich Herz-Kreislauf-Nutzen. Es wird wöchentlich subkutan gespritzt und ist verschreibungspflichtig. Als eines der wenigen Peptide dieser Liste verfügt Semaglutid über erstklassige kontrollierte Humanevidenz und eine reguläre Zulassung. Es dient häufig als Vergleichsmaßstab, an dem neuere GLP-1-Kandidaten gemessen werden — und ist der GLP-1-Anteil in CagriSema.
Tirzepatid — Ein dualer GLP-1/GIP-Agonist (Mounjaro/Zepbound), in Deutschland zugelassen und verschreibungspflichtig. In den SURMOUNT-Studien erreichte es rund 21 % Gewichtsverlust und übertraf in einem direkten Vergleich Semaglutid. Damit gilt es beim reinen Gewichtsverlust aktuell als stärkster zugelassener Wirkstoff der Klasse — belegt durch echte Head-to-Head-Daten, nicht nur durch nebeneinandergestellte Einzelstudien. Es wird wöchentlich subkutan gespritzt. Wie Semaglutid steht Tirzepatid an der Spitze der Evidenzpyramide dieser Liste; in mehreren Direktvergleichen (u. a. gegen CagriSema) schnitt es zuletzt am besten ab.
Retatrutid — Ein Triple-Agonist, der GLP-1, GIP und Glukagon zugleich aktiviert — der umfassendste Ansatz dieser Wirkstoffklasse. In Phase-2-Studien wurden Gewichtsreduktionen von bis zu rund 24 % beobachtet, die höchsten bisher berichteten Werte für einen Wirkstoff dieser Art. Die Phase-3-Studien laufen; eine Zulassung besteht noch nicht. Retatrutid ist ein Peptid und wird gespritzt. Es gilt als einer der aussichtsreichsten Kandidaten der nächsten Generation, steht aber klar in der Kategorie „starke, aber noch nicht abgeschlossene Evidenz" — die Phase-3-Bestätigung steht aus.
Survodutid — Ein dualer GLP-1/Glukagon-Agonist von Boehringer Ingelheim (in Lizenz von Zealand Pharma). In Phase 3 (SYNCHRONIZE-1) erreichte es rund 16,6 % Gewichtsverlust, beim Gewicht also Mittelfeld — sein Alleinstellungsmerkmal ist der starke Effekt auf Leber- und Bauchfett über den Glukagon-Arm. Auffällig ist eine hohe Abbruchrate wegen Magen-Darm-Nebenwirkungen. Es ist ein Peptid, wird wöchentlich gespritzt und ist nirgends zugelassen; die beschleunigten Verfahrensstatus betreffen vor allem die Fettleber. Survodutid steht damit für eine mögliche Verschiebung des Feldes vom reinen Abnehmen hin zur Lebergesundheit.
CagriSema — Eine feste Kombination aus dem Amylin-Analogon Cagrilintid und dem GLP-1-Wirkstoff Semaglutid von Novo Nordisk — die erste Kombination mit einem Wirkweg außerhalb der Inkretin-Familie. In REDEFINE-1 erreichte sie rund 23 % Gewichtsverlust. Im einzigen echten Direktvergleich (REDEFINE-4) unterlag CagriSema jedoch Tirzepatid (23,0 % vs. 25,5 %) und verfehlte die Nichtunterlegenheit. Der Zulassungsantrag liegt bei der FDA, eine Entscheidung wird Ende 2026 erwartet; in Deutschland ist sie nicht verfügbar. CagriSema ist ein Peptid-Kombinationspräparat und wird wöchentlich gespritzt.
Orforglipron — Streng genommen kein Peptid, sondern ein kleines Molekül — und genau das ist seine Besonderheit: ein oral wirksamer GLP-1-Agonist, also eine GLP-1-Tablette ohne Nüchtern-Vorgabe. In Phase-3-Studien (ATTAIN) wurden zweistellige Gewichtsverluste im unteren Bereich der Klasse erreicht. Weil es geschluckt statt gespritzt wird, könnte es die Anwendung deutlich vereinfachen. In den USA ist es 2026 zugelassen, in Deutschland (noch) nicht erhältlich. Auf dem Peptid-Ratgeber steht Orforglipron als „kleines Molekül, kein Peptid" — mitaufgenommen, weil es im selben Kontext gesucht wird.
Wachstum & GH
Ipamorelin — Ein selektiver Wachstumshormon-Sekretagog: Es regt die Hirnanhangdrüse an, körpereigenes Wachstumshormon in pulsatiler, natürlicher Weise auszuschütten, ohne stark in andere Hormonachsen einzugreifen. Wegen dieser Selektivität gilt es in der Community als „sauberes" GH-Peptid und wird häufig mit dem GHRH-Analogon CJC-1295 kombiniert. Die Evidenz stammt überwiegend aus frühen, kleinen Studien und Anwenderberichten; große Studien zu Langzeitnutzen und -sicherheit fehlen. In Deutschland ist Ipamorelin nicht als Arzneimittel zugelassen und wird als Research Chemical gehandelt.
CJC-1295 — Ein GHRH-Analogon, eine Nachbildung des körpereigenen wachstumshormon-freisetzenden Hormons, das die GH-Ausschüttung verlängern soll. Es wird oft mit Ipamorelin zusammen betrachtet, weil sich beide Mechanismen (GHRH-Signal plus Sekretagog-Reiz) ergänzen. Die Datenlage besteht aus frühen pharmakologischen Studien zur GH- und IGF-1-Erhöhung sowie aus Anwenderberichten; belastbare Belege für konkrete Nutzen wie Muskelaufbau oder Regeneration am Menschen fehlen. In Deutschland ist CJC-1295 nicht als Arzneimittel zugelassen. Es zählt zusammen mit Ipamorelin zu den klassischen „GH-Achsen-Peptiden".
MK-677 — Kein Peptid, sondern ein oral aktives kleines Molekül (Ibutamoren), das als Wachstumshormon-Sekretagog wirkt und GH sowie IGF-1 anhebt. Anders als die injizierten GH-Peptide wird es geschluckt. Untersucht wurde es unter anderem auf Muskelmasse, Knochendichte, Schlafqualität und bei altersbedingtem Muskelabbau, teils in mehrjährigen Studien. Bekannte Nebenwirkungen sind gesteigerter Appetit, Wassereinlagerung und mögliche Effekte auf den Blutzucker. In Deutschland ist MK-677 nicht als Arzneimittel zugelassen. Es steht in dieser Liste als „kleines Molekül, kein Peptid" im Wachstums-Kontext.
Kognition & Fokus
Semax — Ein in Russland entwickeltes Neuropeptid, abgeleitet von einem Fragment des Hormons ACTH, das dort für bestimmte neurologische Indikationen sogar zugelassen ist. Untersucht wird es auf Konzentration, Gedächtnis, Stressresistenz und Neuroprotektion, unter anderem über eine Beeinflussung von BDNF. Außerhalb Russlands fehlen kontrollierte Studien weitgehend, weshalb die westliche Evidenzlage als dünn gilt. In Deutschland ist Semax nicht als Arzneimittel zugelassen und wird als Research Chemical gehandelt. Es zählt mit Selank zu den bekanntesten „nootropen" Peptiden und wird meist intranasal oder subkutan angewendet.
Selank — Ein anxiolytisches Heptapeptid, ebenfalls in Russland entwickelt und von einem körpereigenen Immunpeptid (Tuftsin) abgeleitet. Es wird auf angstlösende, stimmungsstabilisierende und kognitive Effekte untersucht, ohne die sedierende Wirkung oder das Abhängigkeitspotenzial klassischer Beruhigungsmittel. Wie bei Semax stammen die meisten Studien aus Russland; unabhängige, kontrollierte Humanstudien sind rar. In Deutschland ist Selank nicht als Arzneimittel zugelassen. Es steht im Bereich Kognition & Fokus und wird meist intranasal oder subkutan angewendet — mit derselben Vorsicht bei der Einordnung wie Semax.
Libido & Sex
PT-141 — Ein Melanocortin-Peptid (Bremelanotid), das zentral im Gehirn ansetzt und das sexuelle Verlangen selbst adressiert — anders als Viagra, das die Durchblutung verbessert. In den USA ist es als Vyleesi für prämenopausale Frauen mit Lustlosigkeit (HSDD) zugelassen; die Frauen-Evidenz aus zwei Phase-III-Studien ist real, aber moderat. Bei Männern ist der Mechanismus plausibel, große Libido-Studien fehlen. Häufigste Nebenwirkung ist Übelkeit. In Deutschland ist PT-141 nicht zugelassen. Es ist das einzige Peptid dieser Liste mit einer Zulassungsgeschichte im Bereich Sexualgesundheit.
Häufige Fragen
Peptide sind kurze Ketten aus Aminosäuren, den Bausteinen von Proteinen. Der Körper nutzt sie als Signalstoffe, die an Rezeptoren andocken und dort eine Reaktion auslösen. Viele Hormone wie Insulin oder GLP-1 sind Peptide. In diesem Kontext geht es meist um synthetisch hergestellte Peptide, die gezielt an bestimmten Rezeptoren wirken sollen.
Das hängt vom einzelnen Wirkstoff ab. Manche sind als Arzneimittel zugelassen und verschreibungspflichtig, etwa Semaglutid und Tirzepatid. Die meisten anderen sind nicht zugelassen und werden nur als Research Chemical gehandelt; Verkauf und Bewerbung als Arzneimittel sind nach dem Arzneimittelgesetz nicht zulässig. Mehr auf der Seite zur Rechtslage in Deutschland.
Der Verdauungstrakt zerlegt Eiweißketten, bevor sie wirken könnten. Deshalb werden die meisten Peptide subkutan unter die Haut gespritzt statt geschluckt. Ausnahmen sind kleine Moleküle wie Orforglipron oder MK-677, die chemisch stabil genug für eine Tablette sind.
Körpernah heißt nicht automatisch harmlos. Zugelassene Peptid-Arzneimittel haben ein dokumentiertes Nebenwirkungsprofil. Bei nicht zugelassenen Research-Peptiden kommen Unsicherheiten bei Reinheit, Dosierung und Sterilität hinzu. Die Anwendung injizierbarer Substanzen gehört in ärztliche Begleitung; diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung.
Ein Peptid ist eine Aminosäurekette und wird meist gespritzt. Ein kleines Molekül wie Orforglipron ist chemisch anders aufgebaut, stabiler und oral wirksam. Beide können am selben Rezeptor ansetzen, etwa GLP-1; der Unterschied liegt in Aufbau und Anwendungsform, nicht zwingend im Ziel.
Diese Kennzeichnung bedeutet, dass ein Stoff nicht als Arzneimittel geprüft oder zugelassen ist. Reinheit, Gehalt und Sicherheit sind nicht behördlich kontrolliert. Der Hinweis dient rechtlich dem Verkäufer; er macht die Substanz weder sicherer noch zu einem legalen Medikament.
Am besten belegt sind die GLP-1-Wirkstoffe Semaglutid und Tirzepatid mit großen Humanstudien und Zulassung, mit Abstrichen auch PT-141. Viele andere Peptide wie BPC-157, TB-500 oder Epitalon stützen sich überwiegend auf Tier- oder Zellstudien. Die Detailseiten trennen die Evidenzstufen jeweils sauber.
Ein Stack ist die Kombination mehrerer Wirkstoffe, die zusammen angewendet werden, etwa der Recovery Stack aus BPC-157 und TB-500 oder der Glow Stack. Für die Kombinationen selbst gibt es meist keine kontrollierten Studien; die Logik dahinter erklären wir unter Peptid-Stacking.
Die meisten Peptide sind als gefriergetrocknetes Pulver länger haltbar und werden nach dem Auflösen gekühlt aufbewahrt, meist bei 2 bis 8 °C. Genaueres steht auf unserer Seite Peptide lagern; zum Auflösen ist bakteriostatisches Wasser das übliche Lösungsmittel.
Zum Einlesen eignen sich die Grundlagenseiten und die Detailseite des Wirkstoffs, der dich interessiert. Nutze die Suche und die Filter oben. Wichtig ist, immer zuerst die Evidenzstufe und den Zulassungsstatus zu prüfen; beides steht auf jeder Detailseite.